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Die Geschichte von PHP: von 1994 bis heute

Von einem privaten Werkzeug für eine Lebenslauf-Seite zur Grundlage vieler CMS und Shops: die wichtigsten Stationen der PHP-Geschichte mit geprüften Jahreszahlen.

Stand 5 Min. LesezeitPHP-Wissen

Kurz gesagt: Die Geschichte von PHP beginnt 1994 mit Rasmus Lerdorf, der in C geschriebene CGI-Programme für seine private Website als „Personal Home Page Tools“ bezeichnete. 1998 erschien PHP 3, im Jahr 2000 PHP 4 mit der Zend Engine, 2004 PHP 5, 2015 PHP 7 und 2020 PHP 8. Heute erscheint jedes Jahr im November eine neue Version, die vier Jahre gepflegt wird.

Wie PHP entstand: Personal Home Page Tools (1994 bis 1997)

Laut PHP-Handbuch schrieb Rasmus Lerdorf 1994 eine Reihe von CGI-Programmen in C. Ursprünglich sollten sie nur Besuche seines Online-Lebenslaufs erfassen. Er nannte die Sammlung „Personal Home Page Tools“ und veröffentlichte den Quelltext im Juni 1995. Damit konnten auch andere die Werkzeuge nutzen und verbessern.

Im September 1995 erweiterte Lerdorf die Werkzeuge und nannte sie vorübergehend „FI“ (Forms Interpreter). Im Oktober 1995 folgte eine komplette Neufassung, wieder unter dem Namen PHP. Im April 1996 verband er beide Namen zu PHP/FI. Diese Fassung erhielt im Juni 1996 den Status Version 2.0 und verließ im November 1997 die Beta-Phase.

Schon diese frühe Phase prägt PHP bis heute: eine Sprache, die aus einem praktischen Bedarf entstand, schnell Ergebnisse liefert und von einer offenen Gemeinschaft weiterentwickelt wird.

PHP 3 und die Zend Engine (1997 bis 2004)

1997 begannen Andi Gutmans und Zeev Suraski aus Tel Aviv, den Parser neu zu schreiben, also den Teil, der den Quelltext einliest und zerlegt. Gemeinsam mit Lerdorf entstand daraus eine neue Sprache, die nur noch „PHP“ hieß. Der Name wurde zum rekursiven Akronym „PHP: Hypertext Preprocessor“. PHP 3.0 erschien im Juni 1998 als Nachfolger von PHP/FI 2.0. Wichtig waren vor allem die gute Erweiterbarkeit und erste Unterstützung für objektorientierte Programmierung.

Danach schrieben Gutmans und Suraski den Kern erneut um. Das Ergebnis war die Zend Engine, benannt nach ihren Vornamen Zeev und Andi. Sie wurde Mitte 1999 vorgestellt. PHP 4.0 erschien im Mai 2000 und brachte bessere Leistung, HTTP-Sessions und Ausgabepufferung.

Im Juli 2004 folgte PHP 5 mit der Zend Engine 2.0 und einem neuen Objektmodell. Die 5er-Reihe blieb lange im Einsatz und wuchs mit jeder Unterversion. Mit PHP 5.3.3 kam der FastCGI Process Manager (FPM) als eigene Betriebsart hinzu, mit PHP 5.5.0 wurde der Bytecode-Cache OPcache Teil des Lieferumfangs.

Das ausgefallene PHP 6 und der Sprung zu PHP 7 (2005 bis 2019)

PHP 6 sollte eine tiefgreifende Unicode-Unterstützung bringen, also die einheitliche Verarbeitung aller Schriftzeichen. Laut Handbuch wurde diese Arbeit aufgegeben. Einige geplante Funktionen wanderten in PHP 5.3 (Namespaces) und PHP 5.4 (Traits und die kurze Array-Schreibweise []). Die nächste große Version erhielt deshalb die Nummer 7.

PHP 7.0 erschien am 3. Dezember 2015 mit der Zend Engine 3.0. Grundlage war das Projekt PHPNG, eine Überarbeitung des Kerns unter Leitung von Dmitry Stogov. Der zugehörige RFC, ein formeller Änderungsvorschlag, nannte Leistungsgewinne von 20 bis 110 Prozent in realen Anwendungen wie WordPress und Drupal. Neu waren unter anderem der Null-Koaleszenz-Operator ?? und anonyme Klassen.

<?php
// Seit PHP 7.0: Standardwert ohne isset()-Kette
$sprache = $_GET['lang'] ?? 'de';

Die 7er-Reihe endete mit PHP 7.4. Dessen letzte Version, 7.4.33, erschien am 3. November 2022; laut php.net endete die Unterstützung am 28. November 2022.

PHP 8 und der jährliche Rhythmus (2020 bis heute)

PHP 8.0 erschien am 26. November 2020 mit benannten Argumenten, Union-Typen, Attributen, dem Nullsafe-Operator ?->, match-Ausdrücken und einem JIT-Compiler. Seitdem folgt jedes Jahr eine neue Unterversion. Was jede Version gebracht hat, beschreibt die Übersicht PHP 8.0 bis 8.5.

Version Erstveröffentlichung Kernpunkte
PHP 3.0 Juni 1998 neuer Parser, Name „PHP: Hypertext Preprocessor“
PHP 4.0 Mai 2000 Zend Engine, Sessions, Ausgabepufferung
PHP 5.0 Juli 2004 Zend Engine 2.0, neues Objektmodell
PHP 7.0 3. Dezember 2015 Zend Engine 3.0, deutlich schneller
PHP 8.0 26. November 2020 JIT, Attribute, Union-Typen
PHP 8.1 25. November 2021 Enums, Fibers, readonly-Eigenschaften
PHP 8.2 8. Dezember 2022 readonly-Klassen, DNF-Typen
PHP 8.3 23. November 2023 typisierte Klassenkonstanten
PHP 8.4 21. November 2024 Property Hooks, asymmetrische Sichtbarkeit
PHP 8.5 20. November 2025 Pipe-Operator, URI-Erweiterung

2024 stimmte das PHP-Projekt über einen neuen Release-Zyklus ab. Seitdem erhält jeder Versionszweig zwei Jahre aktive Unterstützung und zwei Jahre Sicherheitskorrekturen, jeweils bis zum 31. Dezember. Die Regeln im Einzelnen stehen unter PHP-Versionen und Release-Zyklus.

Was die Geschichte für die Sicherheit heute bedeutet

Die lange Geschichte ist eine Stärke, weil PHP stabil und gut dokumentiert ist. Sie ist aber auch eine Last: Auf vielen Servern laufen Versionen, die vor Jahren eingerichtet und nie ersetzt wurden. PHP 5.6 ist seit dem 31. Dezember 2018 ohne offizielle Unterstützung, PHP 8.0 seit dem 26. November 2023, PHP 8.1 seit dem 31. Dezember 2025.

PHP2Shell hat das sichtbar gemacht. Laut Fachpresse sind nahezu alle Versionen bis zurück zu PHP 5.4 betroffen. Offizielle Korrekturen gibt es seit dem 21. Oktober 2026 nur für die Zweige 8.2 bis 8.5; für 7.4, 8.0 und 8.1 existieren lediglich minimale Quell-Backports. Wer ältere Versionen betreibt, findet die Folgen im Ratgeber PHP-End-of-Life: Risiken veralteter Versionen.

Tipp

Notieren Sie für jeden Server die PHP-Version und das Datum, an dem ihre Unterstützung endet. So wird aus einer Überraschung ein planbarer Termin.

Wie hilft PHP SOS konkret?

  • Altlasten finden: Wir erfassen, welche PHP-Generationen auf Ihren Servern noch laufen, auch auf vergessenen Systemen.
  • Risiko einordnen: Wir zeigen, welche Versionen offizielle Updates erhalten und wo nur Übergangslösungen bleiben.
  • Migration planen: Mit der Migration von PHP 8.1 und älter bringen wir Anwendungen auf eine unterstützte Version, getestet vor dem Umstieg.
  • Dokumentieren: Sie erhalten eine Übersicht mit Versionen und Support-Enddaten für Ihre Planung.

Häufige Fragen

Wer hat PHP erfunden?

PHP geht auf Rasmus Lerdorf zurück. Er schrieb 1994 eine Sammlung von CGI-Programmen in C, die er Personal Home Page Tools nannte. Ab 1997 schrieben Andi Gutmans und Zeev Suraski den Parser neu, daraus entstand PHP 3.

Wofür steht die Abkürzung PHP?

Ursprünglich für Personal Home Page. Seit PHP 3 ist der Name ein rekursives Akronym: PHP: Hypertext Preprocessor. Die Abkürzung enthält sich also selbst.

Warum gab es kein PHP 6?

PHP 6 sollte eine tiefgreifende Unicode-Unterstützung bringen. Laut PHP-Handbuch wurde diese Arbeit aufgegeben. Einzelne geplante Funktionen kamen in PHP 5.3 und 5.4, die nächste große Version hieß dann PHP 7.

Seit wann gibt es PHP-FPM und OPcache?

PHP-FPM wurde mit PHP 5.3.3 als eigene SAPI aufgenommen. OPcache gehört laut Handbuch seit PHP 5.5.0 zum Lieferumfang und war vorher für die Versionen 5.2 bis 5.4 über PECL erhältlich.

Quellen

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